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Verabschiedung der Schulleiterin Madeleine Dazert-Balthasar

VerabschiedungChefinHomepage„An dieser Schule ist vieles anders,“ so bereits vor ein paar Jahren die Feststellung des Landrates Dr. Alexander Saftig im Rahmen einer Veranstaltung am Kurfürst-Balduin-Gymnasium. „Und zwar im guten Sinn anders. “
Als nun die langjährige Schulleiterin Madeleine Dazert-Balthasar verabschiedet wurde, bewahrheiteten sich die Worte des Landrats in jeder Hinsicht. Die Befürchtung der Anwesenden, an einem heißen Nachmittag einer Aneinanderreihung wohlgemeinter, wohlgesetzter und in jedem Sinn erschöpfender Lobes- und Dankesworte beizuwohnen, war nämlich im Vorfeld ernstgenommen worden. Man hatte anders geplant: entspannte Gesprächsrunden aus Vertretern von Verwaltung, Schulgemeinschaft und Gremien.

Einen wohltuenden Ton höflicher Offenheit gab dabei in seiner kurzen Eröffnungsrede der Erste Stellvertretende Schulleiter Ralf Thielen vor, der sagte, die Direktorin und er hätten sich bei seinem Amtsantritt gegenseitig versichert, vorher nicht geglaubt zu haben, einmal so eng zusammenarbeiten zu können – aber genau aus dieser offenen Begegnung sei eine ausgesprochen enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit erwachsen.
Mit Skepsis umzugehen war Madeleine Dazert-Balthasar gewohnt. Als sie Ende 1999 ihre Schulleiterstelle in Münstermaifeld antrat, befürchteten viele aus der Schulgemeinschaft,  in der von der damals noch Bezirksregierung kommenden neuen Chefin eine karriereorientierte, schulferne Theoretikerin zu bekommen. Bald aber zeigte sich einerseits ihr rückhaltloser Einsatz für die personelle wie materielle Ausstattung „ihrer Schule“ – ein Einsatz, bei dem sich die exzellente Vertrautheit der ehemaligen Schulrätin mit den (Denk-)Wegen der (Schul-)Verwaltung als ebenso nützlich erwies wie ihre Überzeugungskraft und enorme Beharrlichkeit im Bohren dicker Bretter. Als vorbildliche Beamtin nahm sie sowohl die Loyalität gegenüber ihren Vorgesetzten ernst als auch die Pflicht, diese kritisch auf eventuelle Negativfolgen von Verwaltungsmaßnahmen frühzeitig hinzuweisen. Die Schulsekretärin Stefanie Velten erinnerte daran, dass „die Chefin“ nicht nur ihrem Sekretariat die Devise ausgab „Wenn hier ein Kind mit einem Problem steht, bleibt alles andere erstmal liegen“, sondern in solchen Fällen auch selbst wie eine Mutter dachte und handelte.
Kein Wunder, dass die Direktorin, die in die Planung der Feier bewusst nicht eingeweiht worden war und wie ein Kind vor der weihnachtlichen Bescherung den Ort der Feierlichkeit bis zu allerletzt nicht hatte betreten dürfen, nun bei fast allen Beteiligten in Erinnerung bleiben wird als eine Löwin, die jederzeit zäh kämpfte, für ihr KuBa-Gym und ebenso engagiert für die Schulart Gymnasium. Dass dies keine leeren Phrasen waren, wussten alle, die sie auch in ihren letzten Amtstagen noch mit absolutem Volldampf in Aktion erlebten – um künftige Ausstattung und personelle Voraussetzungen streitend, auch wenn sie in deren Genuss aktiv gar nicht mehr kommen wird. Dass jemand mit einem solch hohen Anspruch an sich und andere auch nerven kann, schimmerte in mancher Äußerung dezent durch. In typischer Manier hatte Madeleine Dazert-Balthasar sich allerdings für ihre Verabschiedung – ganz egal, was sonst geplant war – „wie immer“ das letzte Wort vorbehalten. Nach den anregenden wie auch bisweilen unterhaltsamen Gesprächsrunden, dem liebe- und humorvoll gemachten Video der Schülerschaft, einer ebensolchen (und rasanten) Diashow aus 17 Jahren ihrer Schulleitertätigkeit („Geschichte einer Leidenschaft“) und nach kurzweiligen Musikbeiträgen von Schulchor und Kollegen (durch die sich musikalisch und textlich das Thema „I did it my way“ zog), trat die Gefeierte selbst ans Mikrophon. In einer ausführlichen Abschiedsrede („Um es kürzer zu machen, fehlte mir die Zeit.“) bedankte sie sich nicht nur für die intensive Zeit am Kurfürst-Balduin-Gymnasium, sondern bestätigte ausdrücklich noch einmal ihre konstante Weigerung, die in Verwaltung und Ministerium ersonnene Mathematik für die Zuteilung von Lehrerstellen, Material und Ausstattung als realistisch, pädagogisch sinnvoll und unabänderlich zu akzeptieren. Dass man sie sich im Ruhestand überhaupt nicht vorstellen könne, kommentierte sie mit einem berühmten Spruch von Beatle John Lennon: „Leben ist das, was einfach passiert, während man eifrig andere Pläne macht.“ Auch dieses Zitat zeigte, wie anders am Kurfürst-Balduin-Gymnasium eine verdiente Leiterin verabschiedet wurde – würdevoll, kritisch, gelassen und mit Humor zugleich.

Das Kurfürst-Balduin-Gymnasium ist eine vierzügige Schule im Herzen des Maifeldes, zwischen Mayen und Koblenz gelegen, in der Nähe der Burg Eltz. Die Trägerschaft hat der Landkreis Mayen-Koblenz.

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