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„Sein oder Nichtsein“ – rabenschwarzer Humor am KuBa

Sein 2018 homepageDie Theater AG des Kurfürst-Balduin-Gymnasiums in Münstermaifeld wählte für ihre diesjährige Aufführung die durch und durch rabenschwarze Komödie „Sein oder Nichtsein – Noch ist Polen nicht verloren!“ nach Ernst Lubitsch.

Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher fanden sich in dem kleinen polnischen Städtchen Posen im Jahr 1939 wieder. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs befindet sich die ambitionierte Schauspieltruppe des Posener Stadttheaters in den Proben ihrer antifaschistischen Komödie “Sein oder Nichtsein“, einer gewagten Nazi-Parodie. Aus Angst, das Stück könne eine allzu große politische Provokation darstellen, verbietet die polnische Regierung die Aufführung und weist die Schauspieltruppe an, ihren unverwüstlichen Klassiker „Hamlet“ wieder auf den Spielplan zu setzen.
Dies kommt dem Kopf der Schauspieltruppe, Josef Tura (dessen Narzissmus gepaart mit mäßiger Intelligenz Jan Liesenfeld überzeugend verkörperte), gerade Recht. Kann er doch wieder jeden Abend völlig selbstverliebt den Hamlet mimen und seine Monologe von der Bühne schmettern. Einziges Ärgernis ist der junge Fliegerleutnant Stanislaw Sobinski (charmant und kämpferisch gespielt von Jakob Bergmaier), der es allabendlich wagt, mitten in seiner großen Szene den Saal zu verlassen, was den Star des Theaters in seiner Eitelkeit kränkt. Dabei kann dieser nicht ahnen, dass der Leutnant nicht nur ein Verhältnis mit seiner Frau Maria Tura (deren Arroganz, aber auch Bemühungen um den Zusammenhalt in der Schauspieltruppe Louisa Schneider gelungen darstellte) hat, sondern auch ein Widerstandskämpfer im polnischen Untergrund ist.  
Mit dem Einmarsch der Deutschen ändert sich die Lage schlagartig. Sobinski gelangt in einer polnischen Schwadron der Royal Air Force nach England, wo er auf den polnischen Professor Siletzky (gewitzt und clever verkörpert von Jan Kirchgässner) trifft. Dieser gibt bekannt, dass er in geheimer Mission in das besetzte Warschau reisen werde. Als deutlich wird, dass Siletzky ein deutscher Spion sein muss, wird Sobinski gleichfalls nach Warschau geschickt.
In Warschau soll Siletzky sich mit dem SS-Gruppenführer Erhard (mit dessen Naivität und geringen Führungsqualitäten Oliver Meiner das Publikum zum Lachen brachte) treffen, um den polnischen Widerstand zu zerschlagen. Um dies zu verhindern, begibt sich das Ensemble des Theaters zusammen mit dem theateraffinen und charmanten Fliegerleutnant und Partisan Sobinski in den polnischen Untergrund. Von nun an sind die Schauspielerinnen und Schauspieler gezwungen, ihre Rollen im echten Leben zu verkörpern. Die Nazi-Uniformen des ursprünglichen Stückes werden ausgegraben, die Darsteller stiften große Verwirrung unter der deutschen Besatzung und im Nu wird das früher kleine Stadttheater zum Mittelpunkt des polnischen Widerstandes.
Ähnlich wie die polnische Schauspieltruppe in den 1930er Jahren hat die Theater AG mit der Auswahl des Stückes Mut bewiesen. So wurde während der Darstellung der Geschehnisse im Kontext des Nationalsozialismus herzlich gelacht. Doch gerade an dem, über das gelacht wurde, wurde die in der Parodie enthaltene Kritik deutlich, so dass es den jungen Schauspielerinnen und Schauspielern auf beeindruckende Weise gelang, die Geschehnisse des Nationalsozialismus nicht zu banalisieren, sondern im Gegenteil zu Offenheit und Meinungsfreiheit zu ermuntern.
Die Regisseure Stefan Kliemt, Tina Miquel und Maren Unstedde schafften es wiederum mit einer besonnenen Vergabe der Rollen an die die jungen Akteurinnen und Akteure, ein ernsthaftes Thema auf humorvolle Art und Weise zu übermitteln.
Einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Aufführung leisteten das Schminkteam unter der Leitung von Monika Schneider und das Technikteam (Noah Götten, Martin Lemler und Sebastian Lossen). Das Publikum honorierte die monatelange Arbeit und die daraus resultierende gelungene Aufführung mit langem Applaus.

Das Kurfürst-Balduin-Gymnasium ist eine vierzügige Schule im Herzen des Maifeldes, zwischen Mayen und Koblenz gelegen, in der Nähe der Burg Eltz. Die Trägerschaft hat der Landkreis Mayen-Koblenz.

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