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Geschichte hautnah!

ErnstGrube 19Am Mittwoch, dem 04.12.2019, konnten die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen des KuBa–Gymnasiums eine Erfahrung der ganz besonderen Art machen, denn im Rahmen des Geschichtsunterrichtes war der Zeitzeuge Ernst Grube von Stefan Kliemt eingeladen worden.

Ernst Grube, Jahrgang 1932, deutsch–jüdischer NS–Verfolgter, erzählte aus seinem Leben: Da seine Mutter Jüdin und sein Vater Mitglied der KPD waren, fiel die Familie gleich in doppelter Weise aus dem Raster der rassistisch und antikommunistisch denkenden und agierenden Nationalsozialisten. Schon früh trennte man Ernst, seinen Bruder Werner und seine Schwester Ruth von den Eltern und brachte sie in einem jüdischen Kinderheim unter. Weil sie mit dem gelben Stern als Juden erkennbar waren, wurden sie aus dem öffentlichen Leben weitestgehend ausgegrenzt und auf der Straße beleidigt und bespuckt. Neben katastrophalen Lebensumständen in einem engen und feuchten Barackenlager erfuhr Ernst auch bei einem alliierten Luftangriff die brutale Ausgrenzung seiner Zeitgenossen: Man verweigerte ihm den Zutritt zu einem Schutzbunker, weshalb er vor den fallenden Bomben unter einem Gebüsch Schutz suchte. Anfang 1945 wurde er mit seiner Mutter und seinen Geschwistern ins Ghetto Theresienstadt deportiert und erlebte dort die Befreiung durch die Rote Armee und das Ende des Zweiten Weltkrieges.
Den Schülerinnen und Schülern präsentierte er zu Beginn seines eineinhalbstündigen Vortrags einen Film über seine Kindheit in München; die Bilder und Filmsequenzen machten so die damalige Zeit optisch erfahrbar; danach präsentierte Ernst Grube in einer fesselnden Erzählung das eine oder andere verstörende Detail dieser Zeit. Im Anschluss daran gab er den gebannt zuhörenden Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Dabei interessierten sowohl sehr persönliche Fragen zur Familiensituation als auch aktuell–politische Aspekte die Teilnehmer; so fragten einzelne Schüler, ob er sich angesichts des erstarkenden Rechtsextremismus und des immer offener gezeigten Antisemitismus unwohl fühle, ob er mit einem Rechtsextremisten diskutieren würde und ob er den Eindruck habe, dass er mit seinen Vorträgen aufklären und etwas erreichen könne; das zeigte, dass die Schülerinnen und Schüler am KuBa verstanden haben, dass Geschichte nicht primär Vermittlung von Wissen um Ereignisse vergangener Jahrhunderte ist, sondern das Potenzial in sich birgt, aus der Geschichte lernen zu können.
Schulleiterin Christiane Hofmann dankte am Ende der Veranstaltung Ernst Grube für sein Kommen, sein Engagement und Erzählen seiner Lebensgeschichte; dadurch habe er den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben, Geschichte hautnah zu erleben und ihr historisches Faktenwissen mit einer konkreten, persönlichen Lebensgeschichte zu verbinden.

Das Kurfürst-Balduin-Gymnasium ist eine vierzügige Schule im Herzen des Maifeldes, zwischen Mayen und Koblenz gelegen, in der Nähe der Burg Eltz. Die Trägerschaft hat der Landkreis Mayen-Koblenz.

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