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Schulgeschichte

Das Kurfürst-Balduin-Gymnasium ist in seiner heutigen Form eine Gründung aus dem Jahre 1980, hat aber in unterschiedlichsten Vorgängerinstitutionen eine lange und wechselvolle Schulgeschichte, die am Gebäudebestand noch heute ablesbar ist.

1878 wird am heutigen Standort ein Lehrerseminar zur Ausbildung von Volksschullehrern gegründet. Dazu erwarb die preußische Rheinprovinz das Grundstück mit der Villa Weckbecker, auch „Schlösschen“ genannt, die bis heute als Verwaltungsgebäude des KuBa-Gym dient. Das eigentliche Schulgebäude wurde in den Jahren vor 1890 im preußischen Backstein-Einheits-Schulbaustil errichtet und beherbergt heute in seiner alten Aula einen Musiksaal, ansonsten im Wesentlichen Unterrichts- und Aufenthaltsräume für die Oberstufenschüler.
Infolge von Schul- und Lehrerausbildungsreformen wurde 1923 in den vorhandenen Räumen eine Aufbauschule eingerichtet, die das Abitur zum Ziel hatte. Ihr wurde 1926 der Name „Staatliche Kurfürst-Balduin-Aufbauschule“ genehmigt, deren Namensgeber bis heute den Schulnamen prägt.

Nach vorübergehenden Veränderungen im Schulsystem der französischen Besatzungszone konnte zur Zeit der jungen Bundesrepublik in Münstermaifeld wieder das Abitur erworben werden. Ab 1956 war der Schulname „Staatliches Kurfürst-Balduin-Aufbaugymnasium“. Mit der Schaffung der Mainzer Studienstufe (MSS) als neuer Form der gymnasialen Oberstufe und den Möglichkeiten für Haupt- und Realschüler, direkt nach der Mittleren Reife in die MSS zu wechseln, entfielen Grundlage und Daseinsberechtigung eines Aufbaugymnasiums. Zunächst stand Ende der 1970er Jahre der Auflösungsbeschluss des Münstermaifelder Gymnasiums. Jedoch eine breite Initiative, vor allem von Eltern, führte 1980 zur Neugründung eines Vollgymnasiums in Trägerschaft des Landkreises Mayen-Koblenz, das seitdem den Namen „Kurfürst-Balduin-Gymnasium“ hat.

Eine etwas ausführlichere Übersicht über die wechselvolle Schulgeschichte bietet eine Zusammenstellung der ehemaligen Aufbaugymnasiasten U. Günther, A. Klaeren, H. Laubenthal, H. Ludwig und H. Wambach. In einem Bericht des ehemaligen Amtsbürgermeisters H. Doetsch lassen sich die Schwierigkeiten gut nachvollziehen, die es bei der Gründung der Aufbauschule 1923 zu überwinden galt. Hans Gappenach, Lehrer am Aufbaugymnasium, befasste sich intensiv mit der Schulgeschichte Münstermaifelds. Zwei Überblicksartikel von ihm, Geschichte der Schule (erschienen 1960) sowie 50 Jahre Aufbaugymnasium 1923-1973, sind für den interessierten Leser verlinkt. Aus eigener Erfahrung berichtet Alois Meyer über das Schul- und Internatsleben in den 1950er Jahren. Unter dem Titel „Existenzkrise und Neuanfang“ beschreibt der letzte Schulleiter des Aufbaugymnasiums und zugleich der erste Schulleiter des Vollgymnasiums, Hans-Rolf Weber, die turbulenten Jahre von 1977 bis 1980.

KurfürstBalduinMosaikDas Kurfürst-Balduin-Mosaik

Das etwa lebensgroße Kurfürst-Balduin-Mosaik entstand in den Jahren 1956/57 unter der Leitung des damaligen Kunstlehrers des Aufbaugymnasiums Walter Markert. Gestaltet wurde es von Schülern der späteren Abiturklasse 1960.
Besonderen Anteil an der künstlerischen Konzeption und Ausgestaltung hatte Leo Trendelbernd, der später selbst als Kunstlehrer am Gymnasium in Wissen an der Sieg tätig war. Die Mosaiksteine leuchten auch nach Jahrzehnten noch wie am ersten Tag.
Auf zahlreichen Klassenfotos und Abiturbildern grüßt seither Kurfürst Balduin aus dem Hintergrund.

 

 

 

TriptychonDas Wandgemälde im Treppenhaus des alten Schulgebäudes

[über die Entstehung des Wandgemäldes wurde im Nachrichtenblatt des VERAMÜ (Verein alter Münstermaifelder) im Heft 61/62 vom April/Mai 1965 S. 29,  über die aufwendigen Restaurierungsarbeiten im Heft 67 vom Mai/Juni 1998 S.26 berichtet. Beide Berichte werden hier zusammengeführt und verkürzt wiedergegeben.]

 

Viele tausend Schülerinnen und Schüler werden in den vergangenen Jahrzehnten an den Wandbildern im Treppenhaus des alten Schulhauses vorbei gelaufen sein, ohne zu wissen, wann und durch wen diese Gemälde entstanden sind.    
Die Wand, auf der sich die Gemälde befinden, war ursprünglich in dem Gebäude nicht vorhanden. Dort befand sich von der Straßenseite her der Haupteingang. Dieses sogenannte Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Portal wurde aber nur zweimal im Jahr benutzt, nämlich an Kaisers Geburtstag und am Nationalfeiertag. Erst Anfang der 1950er Jahre wurde dieser Haupteingang zugemauert, um zusätzlichen Raum zu gewinnen. So entstand eine große freie Fläche, die zur weiteren Ausgestaltung einlud.
lm Schuljahr 1955/56 konnte der damalige Kunstlehrer Walter Markert ein Klasse dafür begeistern, diese Wand durch Gemälde zu verschönern. Fast alle Schüler der damaligen Obertertia (9. Klasse) waren an der Entstehung der Bilder beteiligt, wobei der künstlerisch besonders begabte Leo Trendelbernd den größten Anteil hatte und den anderen „Künstlern“ immer wieder helfend zur Hand gehen musste. Ebenso ist die tätige Mitwirkung des seinerzeitigen Fachlehrers für Bildende Kunst deutlich zu erkennen, auch der Einfluss von dessen Lehrern, diese kommen nämlich aus der Schule von Oskar Schlemmer.
Thematisch werden die Bildungsebenen der Schule dargestellt: die Wissenschaft, die Körperertüchtigung und das Musische. Ob die Anordnung (Sport in der Mitte) dem „mens sana in corpore sano“ entspringt oder ob formale Gesichtspunkte der Grund waren, ist nicht auszumachen. Der hochragende schmale Körper des turnenden Jungen scheint das etwas vergrößerte Bild in der Mitte zu erklären. Ein besonders betonter Mittelteil ist bei Triptychen oft zu finden.
Während der langen Bauperiode 1983-1985 zur Schulerweiterung, die auch das alte Schulhaus erfasste, wurde das Wandgemälde (möglicherweise um es zu schützen) verkleidet, überstrichen und wahrscheinlich vergessen. lm Jahre 1994 fielen Teile dieses Schutzes aus dem Rahmen, und das Bild wurde wieder sichtbar. Der Schulleiter regte an, es zu renovieren.
Unter der Leitung von OStR‘ Ruth Rebell machte sich der LK Bildende Kunst im Schuljahr 1997/98 an die schwierige, nur mit hohem Aufwand und großem Fingerspitzengefühl zu bewältigende Aufgabe, die Wandgemälde zu renovieren, zu restaurieren und zu konservieren. Seither strahlen die Gemälde wieder in ihrer ursprünglichen Schönheit und können von weiteren Schülergenerationen betrachtet werden.

 

Das Kurfürst-Balduin-Gymnasium ist eine vierzügige Schule im Herzen des Maifeldes, zwischen Mayen und Koblenz gelegen, in der Nähe der Burg Eltz. Die Trägerschaft hat der Landkreis Mayen-Koblenz.

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