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Mittwoch, 11 Januar 2017 13:21

Projekt „Histotainment“ in der Jahrgangsstufe 11 Empfehlung

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HistotainmentHomepageZiel unseres Projektes „Histotainment“ war es, einen Dokumentationsfilm über die Diktatur der DDR zu produzieren. Dazu wurde die Zeitzeugin Barbara Große eingeladen, die routiniert darin ist, ihre Vergangenheit und Erlebnisse mit interessierten Schülern zu teilen.
In ihren Erzählungen ging sie auf ihre frühesten Erfahrungen ein. Dabei sprach sie von der Beeinflussung, die bereits im frühen Alter durch die Erzieher ausgeübt werden sollte. Kinder sollten schon im frühen Alter lernen, dass alle Nazis im Westen wohnen und dort ihr faschistisches System regierte. Außerdem nahm die fehlende Partizipation an politischen Wahlen sowie bei den Pionieren Einfluss auf die Zugangsberechtigung zur Oberschule. Im Erwachsenenalter litt sie am meisten unter der DDR-Regierung: Sie wurde aufgrund von angeblicher landesverräterischer Agententätigkeit verhaftet und kam in Untersuchungshaft. Da ihr Urteil bereits vor der Verhandlung feststand, verzichtete sie auf das Recht, Berufung einzulegen und wurde zu 30 Monaten Zuchthaus verurteilt. Diese Zeit musste sie im berüchtigten Frauengefängnis Hoheneck verbüßen. Letztendlich wurde die Zeitzeugin von der BRD freigekauft und konnte übersiedeln. Ihre Familie folgte kurze Zeit nach ihr.
Die Zeitzeugin hat in den letzten Jahren ihre Vergangenheit mithilfe ihrer Stasi-Akten aufgearbeitet und 2016 ein Buch darüber verfasst. Barbara Große hat eine starke Persönlichkeit, was dazu geführt hat, dass sie ihre Erlebnisse ohne bleibende Schäden verkraften konnte. Ihrer Kraft hat sie aus ihrer Familie und aus ihrer christlichen Erziehung genommen, aber auch aus dem unerschütterlichen Willen, sich nicht brechen zu lassen.
Die Zeitzeugin hat bleibenden Eindruck bei ihren Zuhörern hinterlassen. Für den daraus entstandenen Dokumentarfilm wurde der geschichtswissenschaftliche Beitrag – die Planung, Durchführung und Nachbereitung des Zeitzeugengesprächs – mit künstlerischen Arbeiten – Collagen und Monotypien aus zeittypischen Materialien und Auszügen der Stasi-Akten Bärbel Großes – miteinander verbunden. Herausgekommen ist Dank der fundierten Recherche und handwerklich hervorragend umgesetzten Reportagearbeit der Deutsch-Gruppe anspruchsvolles „Histotainment“ in einem sehenswerten Dokumentationsfilm.
Des Weiteren haben die Schülerinnen einen Leitfaden entwickelt: Von Schülern, für Schüler, die im Unterricht ein solches Zeitzeugengespräch durchführen möchten.
Artikel verfasst von Amelie Glück und Celina Adams

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