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2013

2013 (2)

Dienstag, 02 Dezember 2014 16:49

Juli - Dezember 2013

geschrieben von

kliemt2Romantischer Liederabend im KuBa-Gymnasium Münstermaifeld

Die Liederabende des Sängers Stefan Kliemt (Tenor) und des Pianisten Eberhard Nöst gehören seit Jahren zu den festen Traditionen am Kurfürst-Balduin-Gymnasium. Trotz des warmen Spätsommerabends fand sich nun wieder ein beachtlicher Kreis von Musikfreunden im alten Musiksaal ein, gespannt, was die beiden Künstler in diesem Jahr zu bieten hatten, und sie erlebten einen wahrhaft bezaubernden Abend.

Unter dem Motto „Komm, ersehnte Nacht!“ boten die beiden Künstler in vollendeter Symbiose Lieder der Spätromantik. Immer wieder hat gerade das Erlebnis der Nacht die Fantasie der Dichter und Komponisten besonders beflügelt, und der Abdruck sämtlicher Texte bot den Zuhörern die Gelegenheit, den vielen Facetten nächtlicher Stimmungen nachzuspüren und bewusst zu erleben, wie die Komponisten die mannigfachen Seelenlandschaften der Gedichte musikalisch ausdeuten. Das Ausdrucksspektrum der Kunstlieder von Hugo Wolf, Othmar Schoeck und Richard Strauss reicht von tiefem Ernst bis zu augenzwinkerndem Humor, von Einsamkeit, Resignation und Todessehnsucht bis zum Überschwang der Lebens- und Liebeslust, von herber Kargheit bis zu sinnlicher Üppigkeit. 

All diesen Facetten wurden die beiden Künstler in jeder Hinsicht gerecht. Stefan Kliemt interpretierte mit vorbildlicher sprachlicher Diktion und mit den mannigfaltigsten klanglichen Schattierungen den Sinngehalt der Lieder, wobei die klangliche Bandbreite seiner Stimme von sonoren Basstönen über eine baritonale Mittellage bis zu strahlenden Spitzentönen der Tenorlage reicht. Der Sänger, im Hauptberuf Lehrer für Latein, Religion und Geschichte sowie Leiter der Theater-AG des KuBa-Gymnasiums, zeigte eindrucksvoll, dass er als Schüler der Sängerin Cynthia Grose auch in seinem Hobby, dem Gesang, ein absolut professionelles Niveau erreicht hat. Unendlich subtil und klanglich differenziert begleitete Eberhard Nöst den Sänger, er fungierte aber nicht nur als dienender Begleiter, sondern setzte auch eigene Akzente als Mitgestalter. Sein künstlerisches Profil stellte er auch in zwei reinen Klavierstücken unter Beweis; dabei bot er mit einer Romanze von Karl Höller und einer „Träumerei“ von Richard Strauss wieder einmal echte Raritäten, bei denen es sich lohnte, sie kennenzulernen.

Einen besonderen Akzent setzte der Pianist durch die Präsentation von Bildern einer verstorbenen Malerin, mit der er bekannt war. Der Abend wurde so auch zu einer Hommage an diese Künstlerin. Die farbigen Seelenlandschaften der Bilder erweiterten den Liederabend zu einem beeindruckenden Gesamtkunstwerk. Und in der Pause wurden die Zuhörer im Freien auch noch mit Sekt und Käsestangen bewirtet, so dass die Veranstaltung wirklich alle Sinne ansprach.

Die beeindruckten und dankbaren Zuhörer spendeten anhaltenden Beifall für diesen rundum gelungenen Liederabend. Die Kollekte am Ausgang, die 300 € erbrachte, diente einem wohltätigen Zweck, der Unterstützung einer sozialen Einrichtung für notleidende Kinder in Uganda. (Ulrich Bauer)
bigband2013Fulminantes Jahreskonzert der KuBa-Bigband

Ganz hautnah erlebten die Zuhörer das diesjährige Konzert der KuBa-Bigband, die dieses Mal nicht auf einer großen Bühne auftrat, sondern im ganz alltäglichen Ambiente des Forums im Kurfürst-Balduin-Gymnasium Münstermaifeld. Dementsprechend präsentierte die Bigband mit ihrem Leiter Stefan Grober ihr Konzert ganz bescheiden und unprätentiös; es wurde – ganz gegen den Trend der Zeit - keine Show inszeniert, sondern einfach „nur“ Musik gemacht, aber wie! Die Perfektion und Spielfreude der jungen Musikerinnen und Musiker war einfach mitreißend und unwiderstehlich.

Dabei war das Programm höchst abwechslungsreich und bot ein breites Spektrum vom guten alten Swing über gefühlvolle Balladen bis hin zu Funk und Rock-Jazz. Die Band war in allen Sektionen gut aufgestellt. Der Trompetensatz brillierte mit klarem Sound und zeigte auch in hohen Lagen keinerlei Unsicherheit. Ausgesprochen klangschön und sonor agierten die Posaunen. Für eine veritable Überraschung sorgte die Gruppe der Saxofone, die fast durchweg aus „frischgebackenen“ Nachwuchskräften der Mittelstufe (fast nur Mädchen!) besteht, aber schon so homogen und rhythmisch akkurat musizierte, als wären die jungen Musiker/innen schon jahrelang dabei. Wieder einmal bewährte sich also bei den Bläsern die hervorragende Betreuung des Nachwuchses durch die ehemaligen Bandleader Harald Löffler (Blechbläser-AG) und Marcus Junglas (Saxofon-AG). Erstaunlich viele Bläser hatten auch den Mut, sich mit einem Solo zu präsentieren, und sie lieferten alle ihre Beiträge perfekt ab.

Ein ganz besonderes Lob verdient aber auch die Rhythmusgruppe, die als Fundament und Motor der Band immer für den richtigen Groove sorgte. Absolut souverän wie immer agierte Florian Wilbert am Klavier. Gitarrist Sebastian Feige ist ja schon längst dafür bekannt, dass er nicht nur Begleitakkorde schlägt, sondern es mit seinen fulminanten rockigen Soli locker mit vielen berühmten Lead-Gitarristen aufnehmen kann. Imponierend auch die beiden Schlagzeuger Joshua Gilles und Stephan Naunheim mit ihrem sicheren Rhythmusgefühl und ihren gekonnten Soli.
Der Bassist Lukas Bierbrauer konnte gleich mit zwei Überraschungen aufwarten: Er spielte nicht nur wie üblich den E-Bass, sondern gab nach kurzer Vorbereitungszeit sein Debüt am Kontrabass und sorgte so bei einigen Titeln für den nötigen lockeren Swing und das richtige klangliche Idiom. Aber damit nicht genug: Lukas gab nämlich auch noch sein Debüt als Sänger und interpretierte das Lied „Swing life away“ (von der Band „Rise against“) mit hinreißendem Feeling.

Höhepunkte des Konzerts waren aber auch die solistischen Auftritte der beiden Sängerinnen Lena Fuhrmann (mit dem Song „All I could do was cry) und Hannah Liesenfeld (mit dem Swing-Standard „Lullaby of Birdland“), die dann auch im Duett („Don’t let the sun go down on me“) mit ihren schönen Stimmen, ihrer beeindruckenden Gesangstechnik und ihrem einfühlsamen Vortrag die Zuhörer begeisterten.

Für Abwechslung sorgte auch das Musizieren in verschieden großen Formationen, so dass sich einige Musiker immer wieder mal gemütlich zurücklehnen konnten. Besondere Glanzpunkte waren hier die Auftritte der fünfköpfigen Funk-AG mit Markus Blettner (Posaune), Florian Wilbert (Klavier), Sebastian Feige (Gitarre), Lukas Bierbrauer (Bassgitarre) und Joshua Gilles (Schlagzeug), die mit viel Pep und Spielfreude ihre Einlagen perfekt servierten.

Bandleader Stefan Grober agierte wie gewohnt ganz locker, aber völlig souverän. Sein Stil ist dadurch gekennzeichnet, dass er zwar so weit wie nötig die Fäden in der Hand hält, aber auch immer wieder loslässt, weil er sich auf die Eigeninitiative und Eigenverantwortung seiner Musiker verlassen kann. Er brillierte auch als sehr versierter Jazzpianist und moderierte sogar das ganze Konzert selbst in der ihm eigenen lockeren, charmanten und humorvollen Art.

Begeisterter Applaus dankte der Band und ihrem Leiter für ein kurzweiliges Konzert mit fulminanten musikalischen Leistungen. Das Gymnasium Münstermaifeld kann auf seine Big Band stolz sein.
(U. Bauer)

Dienstag, 02 Dezember 2014 16:39

Januar - Juni 2013

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KaffeehausJunge Stars begeistert gefeiert!

Seit nunmehr vier Jahren trifft man sich im alten Musiksaal im ehrwürdigen Kurfürst-Balduin-Gymnasium, um sich von jungen Talenten der Region in einer Art öffentlichen Generalprobe die Programme vortragen zu lassen, die die jungen Musiker dann eine Woche später bei Jugend musiziert einer kritischen Jury vortragen. Der Musiksaal war gut besetzt, hatte sich wohl herumgesprochen, dass in den vergangenen Jahren auch ausgezeichnete Preisträger des Bundeswettbewerbes zu hören waren. Und auch diesjährig waren wieder Hoffnungsträger dabei.
Den Konzertteil eröffnete der junge Geiger Simon König, der mit Händel, Kreisler und Bartok einen Querschnitt durch die musikalischen Epochen bot und durch sein exquisites Spiel gewiss Chancen haben wird, in den Landeswettbewerb weitergeleitet zu werden. Die zwölfjährige Jorja Jung entlockte mit Werken von Gade und Mihaud ihrer Klarinette Töne von samtiger Weichheit und zeigte, dass man ein solch schweres Instrument auch schon in jungen Jahren gut beherrschen kann.Sophie Vallendar präsentierte aus ihrem Programm Werke von Vivaldi, Dvorak und Bartok, wobei sie gerade beim Letztgenannten ihre Geige von Schwermut singen ließ. Am Schluss stand das Gesangsduett Leonie Halter und Laura-Marie Püsch, die neben J.Chr. Bach, Purcell und Viardot auch ein Stück von Mendelssohn-Bartholdy und John Rutter zu Gehör brachten. Der Zusammenklang beider Stimmen, verwoben zu einer Einheit, aber das eigene Timbre nicht aufgebend, war ein würdiger Schluss des etwa einstündigen Konzertes.
Initiiert war dieser Nachmittag auch in diesem Jahr wieder von der Sängerin Cynthia Grose, die für den Chor des Kurfürst-Balduin-Gymnasiums im vergangenen Jahr einen Chorworkshop veranstaltet hatte.
Im Anschluss an den musikalischen Teil wurde nach langanhaltendem Applaus dann eine Einladung zu Kaffee und Kuchen ausgesprochen, die von den Besuchern gern angenommen wurde, um sich zu stärken und mit den Künstlern in ungezwungener Atmosphäre ins Gespräch kommen zu können.
Stefan Kliemt

Theater2013Wann zeigt der Mensch sein wahres Gesicht?

Die Theater-AG des Kurfürst-Balduin-Gymnasiums hat in der Münstermaifelder Stadthalle an zwei Abenden vor ausverkauftem Haus Siegfried Lenz' Bühnenstück „Das Gesicht“ aufgeführt. Und wie der Zuschauer schnell erkennen konnte, stand genau dieses – das Gesicht – im Mittelpunkt des Theaterabends. Das Scherenschnittelement aus dem puristisch-kunstvoll gestalteten Plakat (Carina Schmitt) wiederholte sich in der aufwendigen Raumdekoration der gesamten Halle und verhieß ein nicht alltägliches Kunsterlebnis. Und dieser Erwartung wurde die gesamte Mannschaft mehr als gerecht!
In dem relativ unbekannten Werk von Lenz wird das Thema der Diktatur aufgegriffen. Alles beginnt im Friseursalon von Bruno Deutz, der von Pascal Gruppe mit herausragender Wandlungsfähigkeit und schauspielerischer Größe verkörpert wurde. Seine Ähnlichkeit mit dem Präsidenten des Landes (Felix Lentes als glaubhafter Despot) hat er sich zunutze gemacht, indem er im persönlichen Protest gegen die totalitäre Staatsführung sein eigenes Portrait im Laden hängen hat, um den gebotenen Huldigungen für das Staatsoberhaupt zu entgehen. Aber diese regimefeindliche Haltung wird er gezwungen aufzugeben, als er von der Geheimpolizei (Johanna Adams, Theresa Justen) verpflichtet wird, als Double des Präsidenten eine Parade abzunehmen und den Präsidenten selbst so vor einem geplanten Attentat zu bewahren. Dadurch kann er das Wiedersehen mit seinem alten Freund Ewald (Matthias Justen als findiger Vertreter) nur kurz genießen. Widerwillig und zunächst ein wenig überfordert kommt Deutz dem ungewöhnlichen Auftrag nach. Der Verteidigungsminister (wunderbar selbstgefällig: Maximilian Dahmen) bemerkt den Betrug nicht, obwohl der Handwerker Deutz seine Rolle dazu nutzt, Menschen seines Standes ungewöhnlich milde gegenüberzutreten.
Die somit geglückte Abwendung des Attentats bringt den echten Präsidenten auf die Idee, die Zusammenarbeit mit Deutz fortzusetzen. Er stellt ihn auf eine Probe, indem er seinen vermeintlichen Tod vor dessen Augen und im Beisein der eigenen Familie (köstlich: Christina Schulten als überfürsorgliche Präsidentenmutter) inszeniert. Sofort wird Deutz für das Staatsoberhaupt gehalten. Und sehr schnell lernt dieser, die Möglichkeiten der ungewohnten Macht zu schätzen. So erlässt der anfangs so gnädige Doppelgänger nach und nach Verordnungen, die die Gesellschaft in eine Art Lynchjustiz treiben. Die zögerlich vorgebrachten Einwände des Sekretärs Oppermann (überzeugend: Mona Waldecker) prallen von ihm ab – umso mehr, als er die Chance wittert, auch persönliche Konflikte auf diesem Weg zu lösen: Das Wiederaufkeimen der alten Liebe seiner Frau Hannah (gelungen: Hannah Liesenfeld) zu seinem alten Freund Josef (glaubhaft dargestellt von Florian Lehnen) glaubt er so verhindern zu können. Auch schreckt Deutz als Präsident nicht davor zurück, den eigenen Vater, Heribert Deutz (anrührend: Kevin Papierok), der ihn erkennt, auszuschalten. Den Konflikt mit dem echten Präsidentensohn (Ramon Röser als überzeugender Dandy-Rebell) löst er durch skrupelloses Wegsperren. Nicht auszudenken, wohin dieser Präsident sein Land geführt hätte, hätte nicht der wahre Präsident das Experiment beendet. Deutz aber soll im Ernstfall als Double sein Mitarbeiter bleiben.

Sowohl die Wahl des Stückes als auch die äußerst anspruchsvolle Inszenierung durch die Regisseure Christina Miquel, Maren Unstedde und Stefan Kliemt haben sich als Glücksgriff erwiesen: Zusammen mit der Theatertruppe, die bis in die Nebenrollen hinein mit außergewöhnlichem schauspielerischem Talent ihre Rollen präsentierte, gelang es ihnen, die Doppelgesichtigkeit einer Gesellschaft eindrucksvoll vor Augen zu führen. Jedem einzelnen in der Münstermaifelder Stadthalle wurde so ein Spiegel vorgehalten. Hierbei ist es zweifelsfrei das Verdienst der drei engagierten Lehrkräfte, dass ein relativ junges Schauspielensemble ein solch schwieriges Sujet so überzeugend darbieten kann.
Auch die gelungene Maske unter der bewährten Leitung von Doris Zimmer trug ihren Anteil zum Gelingen bei, ebenso die Unterstützung durch die Technik-AG unter der Leitung von Dr. Jörg Kreutz.
Man darf gespannt sein, was das Publikum im nächsten Jahr erwartet, nachdem sich die Theater-AG von sieben Abiturienten – allesamt langjährige und engagierte Schauspieler – verabschieden musste.
Beate Falterbaum

invoyceInVoyce im KuBaForum

Nein, die deutschen Teilnehmer am Eurovision Song Contest hatte das Kurfürst-Balduin-Gymnasium Münstermaifeld nicht zu Gast. Stattdessen durften sich die Zuhörer im gutbesuchten Neuen Musiksaal an diesem kalten Frühjahrsabend auf eine ganz besondere Art und Weise erwärmen. Erwärmen an einer Musik aus einer besseren Welt, wo Musikalität und Einfallsreichtum zählen – und nicht etwa Show, Blendeffekte und raffinierte PR.

InVoyce, alle aus der heimischen Region, managen sich selbst, wenn man so will, über den Internet-Auftritt und die Maillisten, die Sängerin Heidi Mainzer betreut, eine der beiden Amateure des Trios. Der andere ist Thomas Schäfer, dessen Bass-Spiel unzählige Profis an diesem Instrument blass wirken lässt. Vervollständigt wird die Formation vom famosen Berufsmusiker Johannes André an der Gitarre; doch an diesem Abend in Münstermaifeld stoßen in Dirko Juchem (Querflöte und Saxophon) sowie Igor Margolin (Schlagzeug) noch zwei weitere echte Könner hinzu.

Und vom ersten Ton an wird klar, dass das Ganze viel mehr ist als die Summe seiner Teile. Dieses nicht einmal richtig aufeinander eingespielte Quintett löst gleich beim öffentlichen Debüt scheinbare Gegensätze auf in faszinierende Tonfolgen und knisternde Atmosphäre. Die Eigenkomposition „Vielleicht“ ist zutiefst chansonesk und vermeidet doch das Problem dieses Genres, die Musik oft nur die zweite bis dritte Geige spielen zu lassen. „Paul´s Blues“ als dahinrollender Shuffle zwischen Jazz und Blues geht auch den Leuten ins Blut, die sonst Beides nicht so recht mögen. Bossa-Nova-Flair wie im Klassiker „Chega De Saudade“ verdunstet bei InVoyce nicht in unverbindliches Latin-Gesäusel, sondern hat neben Melancholie auch feste Strukturen und zupackende Soli. Wem das knackige und kochende „Funky Thing“ nicht tief in die Knochen fährt, der wird niemals verstehen, was Groove bedeutet. Und der ebenso wort- wie lautspielerische Tango „Katzenlied“ (eine absolut einzigartige Eigenkomposition der Gruppe) bündelt alle Stärken des Quintetts: die überragende Stimme von Heidi Mainzer, den sagenhaften Bass von Thomas Schäfer, der sein Instrument zeitweise mehrstimmig wie eine Gitarre spielt und mit den rhythmisch gezupften Akkorden oft das Fundament legt für die wunderbar dynamisch abgestuften Soli des exzellenten Gitarristen Johannes André und die flüsternden bis bewusst überblasenen Einsprengsel von Dirko Juchem, die feinen Nuancen des sensiblen Schlagzeugs von Igor Margolin.

Das Publikum möchte die Fünf erst nach mehreren Zugaben gehen lassen. Nein, man war nicht beim Eurovision Song Contest gewesen – eine Formation wie InVoyce, die zündende Eingängigkeit mit hohem Anspruch verbindet und überragende Technik mit künstlerischer Originalität, die wird es wohl auch nie zu diesem Wettbewerb schaffen. Schade, denn sie würde ihn für Deutschland spielend und konkurrenzlos gewinnen. Und auf solche Sieger dürfte man dann nicht nur aus patriotischer Sicht stolz sein.

Chor2013 1Frühlingskonzert der Chöre

Aus der milden abendlichen Frühlingsluft kommend, wurden die zahlreichen Besucher in der ausverkauften Stadthalle Münstermaifeldauch drinnen frühlingshaft empfangen. Der Chor der Gymnasiums wanderte singend durch die Halle auf die Bühne und viele Zuhörer sangen beim Kanon „Spring“ kräftig mit. Gleich zu Beginn war allen klar, dass dies ein heiterer, entspannter Abend mit viel erfrischender Musik werden würde.
Der Chor, der aus Schülern aller Jahrgänge, Lehrern, Ehemaligen und Eltern besteht, interpretierte zunächst einige Klassiker. Klangvoll und dynamisch gestaltet war „New York, New York“, bei „Moon River“ zeigte der Chor, dass er es versteht, melodische Linien auszugestalten. Trotz der Unterschiedlichkeit der vielen Stimmen erfreuten die Sängerinnen und Sänger mit einem erstaunlich homogenen Klangbild.
Zwei Klassiker der Beatles beschlossen den ersten Auftritt des Chores, der bei „With a little help from my friends“ auch a capella überzeugte. Bei „Eight days a week“ konnte sich der Chor auf dezente Begleitung durch eine Band verlassen, die immer wieder im Verlauf des Abends zum Einsatz kam. (Florian Wilbert, Sebastian Feige, Lukas Bierbrauer, Stephan Naunheim)
Im Anschluss präsentierte sich ein Vokal-Quartett aus Mitgliedern des Chores, das selbstbewusst mit schauspielerischen Einlagen den „Duke of Earl“ sang und zeigte, welches individuelle Potential in den Stimmgruppen des Chores zu finden ist. (Tabea Adams, Johanna Adams, Annkathrin Berens, Sarah Lentes)
Beim Auftritt des Chors der fünften Klassen blickte man in strahlende Gesichter. Und zwar bei den Akteuren auf der Bühne und bei den Zuhören. Mit ihrer Singfreude und schon erstaunlicher Professionalität erweckten sie sechs Lieder zu musikalischem Leben. Johanna Rennau meisterte ihr Solo in „Somebody that I used to know“ mit Leichtigkeit. Ulrich Bauer, musikalischer Leiter des Abends als Dirigent, Arrangeur und Pianist, kann sich freuen: der Nachwuchs steht auf der Bühne bereit.
Der zweite Teil des Konzertes wurde mit Chick Coreas „Spain“ eröffnet, einem komplexen Latin-Stück, bei dem Chor und Band präzise gemeinsam musizierten. Nach der langsamen Einleitung explodiert „Spain“ in vertrackten Rhythmen, die sowohl Chor als auch Band entspannt zum Klingen brachten. Johanna Adams überraschte mit ihrer Virtuosität auf der Querflöte und spielte ein langes Solo über das Stück.

Bohemian Rhapsody von Queen, wieder mit Band und Chor, brachte das Publikum zu riesigen Beifallsstürmen, weshalb es auch später als Zugabe nochmals musiziert wurde. Die verschiedenen Abschnitte des Liedes wurden meisterhaft gesungen. Ulrich Bauer schaffte eine hohe Präzision der Absprachen und hielt diese Konzentration stets durch. Hervorzuheben ist der Gitarrist der Band, Sebastian Feige, der für sein originalgetreues Brian May Solo Zwischenapplaus erhielt. Ein Lob verdient auch Florian Wilbert, der mittlerweile der Schulpianist ist. Mit großem pianistischen Können erfüllt er bescheiden seine Aufgaben und ist dabei absolut zuverlässig.
Den Höhepunkt des Abends bildete ein Medley aus „Les Miserables“. Der Chor gestaltete hier wieder auf beeindruckende Art die musikalischen Feinheiten aus, war überaus präzise einstudiert an den für ein Medley unumgänglichen Übergängen und blieb stringent bis zum majestätischen Finale. Beindruckend und anrührend waren auch die Soli der Chormitglieder Susanne Dzienudda, Alisha Scholl, Sarah Lentes, Tabea Adams, Matthias Justen und Alexander Muckermann.
Das Publikum dankte den Musikern und ihrem Dirigenten Ullrich Bauer mit viel Beifall.
So kann der Frühling bleiben.

u theater2Tote schmieren keine Brote

Am Montag, den 10. Juni 2013 wurde der altehrwürdige Musiksaal des Kurfürst-Balduin-Gymnasiums in Münstermaifeld zu einem Ort des Verbrechens um Diebstahl, Entführung und einen vermuteten Mord. Die Unterstufen-Theater-AG des Maifelder Gymnasiums präsentierte die Krimi-Komödie „Tote essen keine Brote“ von Dirk Salzbrunn. Der Tatort ... der Kiosk des beflissenen Hausmeisters Franz Grützmüller (Vinzent Altmeyer gekonnt als ein etwas begriffsstutziger, aber liebenswerter Schuldiener). Das Diebesgut ... zwanzig belegte Brötchen, die er in der Pause verkaufen wollte. Das Entführungsopfer ... Alma Grützmüller, Gattin des Hausmeisters und die gute Seele der Schule. Carolin Janoschek verkörperte die resolute Frau überzeugend. Außer sich, dass seine Brötchen und seine Frau verschwunden sind, will der Hausmeister die Polizei alarmieren, sehr zum Leidwesen des Direktors Dr. Klotz, sehr selbstbewusst und als Schulleiter überzeugend dominant verkörpert von Louis Keuser. Letzterer war nämlich Drahtzieher einer illegalen Aktion. Er hatte seinem Hausmeister aufgetragen, die alte, nicht mehr funktionierende Mikrowelle unauffällig zu entsorgen. Außerdem reagierte die jungfräuliche Frau Reibeis, ihresgleichen Deutschlehrerin der Lerneinrichtung, mit einem Schwächeanfall auf die Kunde, dass die Polizei anrücken sollte. Hatte sie doch eine geheime Absprache mit Herrn Grützmüller, dass er ihr regelmäßig die Hecke während seiner Dienstzeit stutzt. Selina Ternes ließ die ältliche, einstmals sitzen gelassene Dame herrlich schnippisch, aber auch bemitleidenswert erscheinen. Und obwohl der Polizist Herr Pustemal - von Katharina Hommes fabelhaft mit ironischem Tonfall dargestellt - sehr gewissenhaft die Ermittlungen aufnimmt, entschließt sich eine aufgeweckte Schülergruppe eigene Ermittlungen anzustellen. Die charakterlich sehr unterschiedliche Clique war der Dreh- und Angelpunkt. Lea Schwall als Anne, Justine Junglas als Laura, Marc Monneke als Daniel, Hanna Seul als Maurice und Teresa Welling als Ali hatten durch ihr leichtes Spiel immer wieder die Lacher auf ihrer Seite. Sie sind es, die die Gespräche der Erwachsenen mehr oder weniger absichtlich belauschen und verdächtige Gegenstände, wie einen prall gefüllten, großen Müllsack der vom Hausmeister fortgeschleppt wird, oder ein blutiges Taschentuch, entdecken. Da zählen sie zwei und zwei zusammen und machen sich auf Spurensuche, wenn sie nicht wieder von den Lehrkörpern dabei gestört wurden, wie beispielsweise von Maria Welling, die als Sportlehrer Herr Reck in sportlichem Dress sämtliche Schüler (u.a. auch Marie Ackermann, Michelle Berressem, Sophie Gries, Katja Jischke, Lea Kittsteiner, David Landvogt, Alina Neumes, Simon Rink, Katharina Rottländer, Sophie-Maria Simon, Lea Wagner) zu sportlichen Leistungen anheizte.

 

Da ist natürlich die Überraschung groß, als Frau Grützmüller unversehrt wieder auftaucht. Sie hatte die Brötchen ihres geizigen Gatten für die Feier im Seniorenheim gespendet und war nur verschwunden, da sie sie klammheimlich dorthin lieferte. Herr Flink (Tobias Uth als waschechter Senior mit grauen Haaren und Gehstock) dankte es herzlich und ließ sich von Frau Reibeis zum Fest begleiten.
Die beiden Souffleusen Sandra Marx und Michelle Sauerborn hatten wenig zu tun, harrten aber für den Fall von Gedächtnislücken gut versteckt im Kiosk aus. Der Holzladen war eine Arbeit des Schülers Yassin Diaf. Um die Technik, nämlich Licht und Einspieler, kümmerte sich aufmerksam Marvin Heil.
Wie immer schminkte Doris Zimmer mit einem Team von Schülerinnen die Akteure. So wurden aus den Schülern die Figuren, die das Stück so einzigartig machten.
Auch diesmal bot Beate Falterbaum, die Leiterin der Unterstufen-Theater-AG, mit den Schülerinnen und Schüler der 5. bis 7. Klassen wieder eine tolle, darstellerische Leistung dank ihres Händchens, die Rollen typgerecht zu besetzen. Schöne Inszenierungsideen und das Bühnenbild taten ihr Übriges.
Das Publikum war begeistert und dankte der gesamten Truppe um die jungen Akteure mit langem Applaus für den unterhaltsamen Abend.

Das Kurfürst-Balduin-Gymnasium ist eine vierzügige Schule im Herzen des Maifeldes, zwischen Mayen und Koblenz gelegen, in der Nähe der Burg Eltz. Die Trägerschaft hat der Landkreis Mayen-Koblenz.

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